E-E-A-T für lokale Unternehmen: Erfahrung, Fachwissen und Vertrauen sichtbar machen
Für Inhaber von Praxen, Kanzleien, Handwerksbetrieben und Geschäften, die wissen wollen, was hinter dem Kürzel E-E-A-T steckt. Sie erfahren, was Google dazu selbst schreibt, was davon für ein lokales Unternehmen zählt und wie Sie Erfahrung und Vertrauen auf Website und Profil belegen, ohne etwas zu erfinden.
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- Redaktion
- LocalDominate Redaktion, verantwortlich Markus Wimböck
Die kurze Antwort
E-E-A-T steht für Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen. Google nutzt den Begriff in den Richtlinien für seine Qualitätsprüfer und schreibt selbst, dass E-E-A-T kein eigener Rankingfaktor ist. Am wichtigsten ist laut Google das Vertrauen. Lokale Betriebe zeigen es mit klarer Verantwortlichkeit, echten Belegen ihrer Arbeit, korrekten Pflichtangaben und ehrlich gesammelten Bewertungen.
Das Wichtigste in Kürze
- E-E-A-T stammt aus den Richtlinien für Googles Qualitätsprüfer. Google schreibt, dass E-E-A-T selbst kein eigener Rankingfaktor ist und die Prüfer keinen Einfluss auf das Ranking einzelner Seiten haben.
- Von den vier Aspekten ist laut Google das Vertrauen am wichtigsten. Bei Themen zu Gesundheit, Finanzen oder Sicherheit gewichten Googles Systeme Inhalte mit starkem E-E-A-T stärker.
- Erfahrung belegen Sie mit eigener Arbeit: eigene Fotos, eigene Beschreibungen, nachvollziehbare Angaben, wer etwas gemacht hat und wie.
- In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Angaben zu Anbieter und Kontakt auf der Website Pflicht. Ein vollständiges Impressum ist deshalb die Grundlage für Vertrauen.
- Bewertungen zählen für das lokale Ranking über die Bekanntheit. Bewertungen von Familienangehörigen, gekaufte Bewertungen und gezieltes Bitten nur zufriedener Kunden verbietet Google.
01
Was E-E-A-T ist und was nicht
E-E-A-T ist ein Maßstab, mit dem Googles Qualitätsprüfer Suchergebnisse bewerten. Die Bewertungen helfen Google, die eigenen Systeme zu prüfen. Sie verändern laut Google nicht direkt das Ranking einer Seite, und E-E-A-T ist selbst kein eigener Rankingfaktor.
Die vier Buchstaben stehen für Experience (Erfahrung), Expertise (Fachwissen), Authoritativeness (Autorität) und Trust (Vertrauen). Im Dezember 2022 hat Google das frühere E-A-T um das erste E für Erfahrung ergänzt. Gemeint ist Wissen aus erster Hand, etwa weil jemand ein Produkt selbst benutzt oder einen Ort selbst besucht hat.
| Aussage | Wo sie steht |
|---|---|
| E-E-A-T selbst ist kein eigener Rankingfaktor | Search Central, Leitfaden zu hilfreichen Inhalten |
| Prüfer haben keinen Einfluss darauf, wie Seiten ranken. Ihre Daten fließen nicht direkt in die Algorithmen | Search Central, Leitfaden zu hilfreichen Inhalten |
| Keine einzelne Bewertung und kein einzelner Prüfer beeinflusst direkt das Ranking einer Seite | Überblick über die Richtlinien für Prüfer (Stand November 2023) |
| Von den vier Aspekten ist Vertrauen am wichtigsten | Search Central, Leitfaden zu hilfreichen Inhalten |
| Es soll klar sein, wer für eine Website verantwortlich ist und wer den Inhalt erstellt hat | Überblick über die Richtlinien für Prüfer |
Laut Google Blog arbeiteten im Oktober 2021 weltweit mehr als 10.000 Qualitätsprüfer mit diesen Richtlinien. Sie vergleichen zum Beispiel Ergebnisse vor und nach einer geplanten Änderung. Laut Google messen die Bewertungen, wie gut die Systeme arbeiten, und beeinflussen nicht direkt, wie eine einzelne Seite erscheint.
02
Warum Praxen, Kanzleien und Finanzberater genauer hinsehen sollten
Google nennt Themen, die Gesundheit, finanzielle Stabilität oder Sicherheit von Menschen erheblich beeinflussen können, „Your Money or Your Life“, kurz YMYL. Bei solchen Themen geben Googles Systeme laut Search Central Inhalten mit starkem E-E-A-T noch mehr Gewicht.
Nach unserer Einschätzung ist das für viele lokale Betriebe relevant: Arztpraxen, Zahnärzte, Apotheken, Physiotherapie, Rechtsanwälte, Steuerberater, Versicherungsmakler. Auch ein Elektriker oder eine Heizungsfirma schreibt über Sicherheit, sobald es um Anleitungen oder Warnhinweise geht.
- Wer schreibt, muss erkennbar sein. Ein Ratgebertext zu Zahnschmerzen sollte zeigen, welche Zahnärztin ihn verfasst oder geprüft hat.
- Aussagen müssen stimmen. Was Sie nicht belegen können, lassen Sie weg. Das gilt besonders für Heilversprechen und Aussagen zu Steuern oder Recht.
- Berufsrecht beachten. Für Heilberufe und Kanzleien gelten eigene Werberegeln. Was das konkret bedeutet, steht in Werberecht für Arztpraxen.
03
Erfahrung: eigene Arbeit statt Stockfotos
Erfahrung zeigen Sie, indem Sie Ihre eigene Arbeit sichtbar machen: eigene Fotos von Projekten, Räumen und Team, Beschreibungen in eigenen Worten und Angaben, wie Sie etwas gemacht haben. Google nennt Fotos ausdrücklich als möglichen Beleg für die geleistete Arbeit.
Im Leitfaden zu hilfreichen Inhalten fragt Google, ob ein Inhalt Fachwissen aus erster Hand zeigt, etwa weil jemand ein Produkt tatsächlich benutzt oder einen Ort besucht hat. Bei Bewertungen und Tests schreibt Google, dass Belege wie Fotos und Angaben zur Arbeitsweise Vertrauen schaffen können.
| Branche | Was Sie zeigen können |
|---|---|
| Malerbetrieb | Fotos eigener Baustellen vor und nach der Arbeit, mit kurzer Beschreibung von Untergrund und Material |
| Physiotherapie | Fotos der eigenen Räume und Geräte, Ablauf einer ersten Behandlung in eigenen Worten |
| Bäckerei | Fotos aus der Backstube, Angaben, welche Teige im Haus geführt werden |
| Steuerberatung | Typische Fragen aus der eigenen Praxis, ohne Mandantendaten, mit Datum und Rechtsstand |
04
Fachwissen: wer, wie und warum
Google empfiehlt, bei jedem Inhalt drei Fragen zu beantworten: Wer hat ihn erstellt, wie ist er entstanden und warum gibt es ihn. Dazu gehören Autorenangaben, wo Leser sie erwarten, und Hinweise auf weitere Informationen über die Personen dahinter.
Schritt 01
Wer
Nennen Sie bei Ratgebertexten den Namen der Person, die geschrieben oder fachlich geprüft hat. Google empfiehlt ausdrücklich korrekte Autorenangaben und fragt, ob sie zu weiteren Informationen über die Person führen.
Schritt 02
Wie
Sagen Sie, wie der Inhalt entstanden ist. Google fragt auch, ob der Einsatz von Automatisierung oder KI für Besucher erkennbar ist.
Schritt 03
Warum
Google nennt das „Warum“ die vermutlich wichtigste Frage. Ein Text sollte Menschen helfen und nicht in erster Linie für Suchmaschinen geschrieben sein.
Für viele Berufe ist ein Teil davon ohnehin Pflicht. In Deutschland verlangt § 5 DDG von Anbietern in reglementierten Berufen Angaben zur Kammer, zur gesetzlichen Berufsbezeichnung und zum Staat, der sie verliehen hat. Wer diese Angaben im Impressum führt, kann sie auf der Teamseite gleich mit Lebenslauf und Fortbildungen ergänzen.
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Autorität: was andere über Sie sagen
Nach unserer Einschätzung entsteht Autorität, wenn andere auf Sie verweisen: Zeitungen, Verbände, Partner und zufriedene Kunden. Für das lokale Ranking nennt Google unter Bekanntheit ausdrücklich die Zahl der Websites, die auf Ihr Unternehmen verweisen, und Ihre Rezensionen.
Googles Hilfe zum lokalen Ranking nennt drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Den Begriff E-E-A-T verwendet diese Seite nicht. Nach unserer Einschätzung überschneidet sich die Bekanntheit mit dem, was in den Richtlinien für Prüfer unter Ruf und Autorität fällt: Verweise von anderen Websites und Bewertungen. Die folgenden Beispiele sind unsere Einschätzung, keine Vorgabe von Google.
- Lokale Erwähnungen in Zeitung, Gemeindeblatt oder auf Vereinsseiten, weil Sie dort tatsächlich etwas beigetragen haben.
- Verbände und Kammern, die Mitglieder mit Profil und Link verzeichnen.
- Partner und Lieferanten, die echte Zusammenarbeit auf ihrer Website zeigen.
- Vorträge und Fachbeiträge, etwa bei der Volkshochschule oder im Branchenmagazin.
Wie Sie solche Verweise ohne gekaufte Links aufbauen, beschreibt Local Link Building. Wie Google Ihren Betrieb als eindeutige Einheit erkennt, erklärt Entity SEO.
06
Vertrauen: Pflichtangaben, Kontakt und ehrliche Bewertungen
Vertrauen beginnt bei klaren Angaben, wer hinter der Website steht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das gesetzlich geregelt. Dazu kommen erreichbare Kontaktwege und Bewertungen, die nach Googles Regeln gesammelt wurden.
| Land | Rechtsgrundlage | Kern der Pflicht |
|---|---|---|
| Deutschland | § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) | Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, schnelle elektronische Kontaktaufnahme einschließlich E-Mail, Register und Registernummer, gegebenenfalls Aufsichtsbehörde, Kammer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Die Angaben müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein |
| Österreich | § 5 ECG, § 14 UGB, § 25 MedienG | Laut WKO-Muster für Einzelunternehmen unter anderem Firma laut Firmenbuch, Firmenbuchnummer, volle geografische Anschrift, mindestens zwei direkte Kontaktwege einschließlich E-Mail, Kammermitgliedschaft und Offenlegung nach Mediengesetz |
| Schweiz | Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG | Wer online Waren, Werke oder Leistungen anbietet, macht klare und vollständige Angaben über Identität und Kontaktadresse einschließlich E-Mail |
Die IHK Düsseldorf weist darauf hin, dass die Pflicht in Deutschland auch für geschäftliche Auftritte auf Plattformen wie Facebook oder LinkedIn gilt, und nennt Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Lassen Sie Ihr Impressum im Zweifel von Kammer oder Anwalt prüfen.
Bewertungen: was Google erlaubt
- Unproblematisch nach unserem Verständnis der Richtlinien: alle Kunden nach einer echten Leistung um eine ehrliche Bewertung bitten und auf Bewertungen antworten. Antworten zeigen laut Google, dass Sie das Feedback Ihrer Kunden schätzen.
- Verboten: Bewertungen kaufen oder mit Rabatten, Geschenken oder Gegenleistungen belohnen.
- Verboten: gezielt nur zufriedene Kunden um Bewertungen bitten oder negative Bewertungen verhindern.
- Verboten: Bewertungen bei Interessenkonflikt, laut Google etwa durch aktuelle oder frühere Beschäftigung oder familiäre Beziehungen.
Formulierungen und den richtigen Zeitpunkt für die Bitte finden Sie in Google-Bewertungen bekommen.
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Prüfliste für Ihre Website und Ihr Profil
Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit den Fragen, die Google selbst stellt: Ist erkennbar, wer verantwortlich ist und wer geschrieben hat? Gibt es Belege für eigene Arbeit? Sind Pflichtangaben vollständig und Bewertungen ehrlich gesammelt?
| Frage | Wenn nein |
|---|---|
| Ist das Impressum von jeder Seite mit einem Klick erreichbar und vollständig? | Link in Kopf- oder Fußzeile setzen, Angaben nach Rechtsgrundlage Ihres Landes ergänzen |
| Steht bei Ratgebertexten, wer sie geschrieben oder geprüft hat? | Namen, Funktion und Link zur Teamseite ergänzen |
| Zeigt die Website eigene Fotos von Räumen, Team und Arbeit? | Archivbilder schrittweise durch eigene Aufnahmen ersetzen |
| Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer auf Website und Google-Profil überein? | Abgleichen, siehe NAP-Konsistenz |
| Werden alle Kunden gleich um Bewertungen gebeten? | Bitte an alle Kunden richten, nicht nur an zufriedene |
| Ist erkennbar, wenn Texte mit KI erstellt wurden? | Einen kurzen Hinweis zur Entstehung ergänzen |
Fragen
Häufige Fragen
Ist E-E-A-T ein Rankingfaktor?
Nein. Google schreibt im Leitfaden zu hilfreichen Inhalten, dass E-E-A-T selbst kein eigener Rankingfaktor ist. Google schreibt aber, dass eine Mischung von Faktoren nützlich ist, um Inhalte mit gutem E-E-A-T zu erkennen. Die Bewertungen der Qualitätsprüfer fließen nicht direkt in das Ranking ein.
Was bedeutet YMYL?
YMYL steht für „Your Money or Your Life“. Google meint damit Themen, die Gesundheit, finanzielle Stabilität oder Sicherheit von Menschen erheblich beeinflussen können. Bei solchen Themen geben Googles Systeme Inhalten mit starkem E-E-A-T laut Search Central noch mehr Gewicht.
Brauche ich als kleiner Betrieb Autorenangaben?
Google empfiehlt Autorenangaben dort, wo Leser sie erwarten, etwa bei Ratgebertexten. Auf einer reinen Leistungsseite reicht nach unserer Einschätzung, dass über Impressum und Teamseite klar ist, wer hinter dem Betrieb steht.
Darf meine Familie mein Unternehmen bei Google bewerten?
Nein. Google nennt familiäre Beziehungen ausdrücklich als möglichen Interessenkonflikt. Solche Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien für Beiträge und können entfernt werden. Bitten Sie stattdessen echte Kunden nach einer Leistung um eine ehrliche Bewertung.
Helfen Gütesiegel und Zertifikate bei Google?
Eine Aussage von Google, dass Siegel das Ranking verbessern, haben wir nicht gefunden. Echte Qualifikationen wie Meisterbrief, Approbation oder Kammerzugehörigkeit gehören nach unserer Einschätzung trotzdem auf die Website, weil sie Kunden bei der Entscheidung helfen und teils ohnehin Pflichtangaben sind.
Quellen
- Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, bei denen die Nutzer im Vordergrund stehen (zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2026)
Google Search Central
- Search Quality Rater Guidelines: An Overview (November 2023)
Google
- An overview of our rater guidelines for Search (19. Oktober 2021)
Google Blog
- Our latest update to the quality rater guidelines: E-A-T gets an extra E for Experience (Dezember 2022)
Google Search Central Blog
- Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google
Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Unzulässige und eingeschränkte Inhalte
Google Maps, Richtlinien für von Nutzern beigetragene Inhalte
- § 5 DDG Allgemeine Informationspflichten
lxgesetze.de (Gesetzestext)
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